Projekt Q'ewar

In Andahuaylillas, einem kleinen Dorf südlich von Cusco, haben Lucy Terrazas und Julio Herrera im Oktober 2000 ein kleines Frauenprojekt ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, die Abwanderung in die Slums der Grossstädte zu stoppen und langfristig den Frauen die Verantwortung des Projektes zu übergeben.

Q'ewar Projekt Mit sieben Frauen aus den untersten sozialen Schichten begannen sie aus natürlichen Materialien Stoffpuppen für den Verkauf herzustellen.

Seither weitete sich das Projekt stetig aus. Neue Frauen kamen hinzu, zusätzliche Atelierräume, WC- und Waschräume wurden gebaut. Nach und nach entstanden weitere Arbeitsbereiche: Wolle putzen, karden, spinnen, färben, stricken und weben. Neben den Puppen werden nun auch Pullover und Halstücher aus Alpacawolle gestrickt und Stoffe für Tischsets, Kissen, Taschen aus Schafswolle gewoben.

Im Sommer 2006 arbeiteten etwa 88 Frauen und 5 Männer (Bau) für das Q'ewarprojekt. Durchschnittlich 18 Kinder werden täglich betreut und ernährt.

Dadurch hat sich vieles verbessert. Die Mütter erhalten Lohn, erleben sich als fähige Handwerkerinnen, entwickeln Selbstvertrauen und übernehmen Verantwortung. In die tägliche Arbeit werden Weiterbildungskurse integriert, eine Schneiderin lehrt neue und alte Arbeitstechniken.

Mit Gesprächen über Kindererziehung, Ernährung und Hygiene leistet das Q'ewarprojekt auch einen wichtigen Beitrag zu Gesundheit und Bildung.

Geplant ist ein weiteres Haus für den Kinderhort und eine Notunterkunft (für begrenzte Zeit) mit 4 Schlafräumen für Frauen die Gewalt in der Familie erleben oder Wohnprobleme haben.


Projektleitung

Lucy Terrazas und Julio Herrera Lucy Terrazas, 1955 in Cusco/Peru geboren, studierte Rechtswissenschaften und arbeitete im Tourismus. Heute ist sie Regierungsrätin in Andahuaylillas. Sie spricht die einheimische Sprache Quechua und kümmert sich um die Arbeiten und das Wohl der Q'ewarfrauen.

Julio Herrera, geboren 1953 in Arequipa/Peru, studierte in Argentinien und unterrichtete bildende Kunst und Geometrie an der Waldorfschule in Lima. Seine Stelle als Dozent für Bildhauerei an der Kunstakademie in Cusco hat er zu Gunsten von Q'ewar ganz aufgegeben. Einkauf der Rohmaterialien, Vertrieb der Puppen, Organisation von Weiterbildungskursen, Planung, Verwaltung und sorgfältige Weiterentwicklung des Projektes beanspruchen ihn voll und ganz.

Im Herbst 2004 wurde das Q'ewarprojekt von "Centro de la Mujer Peruana Flora Tristan" in Lima prämiert, als bestes Projekt von 18 lokalen Initiativen "zur Förderung der Frauen, die auf Unterstützung angewiesen sind." Diese beispielhafte Initiative möchten wir unterstützen, in dem wir die Q'ewarprodukte zu fairen Preisen auf den europäischen Markt bringen.

Seit Juni 2006 gibt es eine DVD über das Projekt "Q'ewar - eine soziale Initiative im Hochland Perus" (13 Min., deutsch).

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